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Englisch als Arbeitssprache (EAA) bedeutet, dass die erste lebende Fremdsprache als Unterrichtssprache auch in nichtsprachlichen Fächern eingesetzt wird. Die Fremdsprache dient dabei als Instrument zur Erarbeitung fachspezifischer Inhalte.
Die temporäre Verschmelzung von Fach- und Sprachunterricht soll den SchülerInnen mehrere Möglichkeiten eröffnen:
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Grundsätzlich soll das Fremdsprachenlernen gefördert werden und letztlich zu einer höheren sprachlichen Kompetenz der SchülerInnen - auch unter fachspezifischen Bedingungen - führen.
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Die direkte Anwendung einer Fremdsprache in einem fachbezogenen Rahmen bietet die Möglichkeit, den SchülerInnen den weitreichenden Nutzen von Fremdsprachenkenntnissen zu verdeutlichen.
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Die SchülerInnen erhalten schon früh die Möglichkeit, den Umgang mit fremdsprachigen Fachtexten zu erlernen und unterschiedliche fachliche Situationen auch fremdsprachlich zu bewältigen.
Internationale Austauschprojekte via Internet oder durch Auslandsaufenthalte werden leichter durchführbar.
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Schließlich sollen die Ausgangsqualifikationen der SchülerInnen durch den Erwerb fachspezifischer Englischkenntnisse verbessert werden, sodass ein Einstieg ins Studium / Berufsleben im europäischen und internationalen Raum ermöglicht wird.
Praktische Durchführung
Englisch als Arbeitssprache wird in den nichtsprachlichen Gegenständen in unterschiedlichem Ausmaß eingesetzt. "Trägerfächer" des EAA-Unterrichts sind daher "Nebenfächer" wie z.B. Biologie, Geographie, Geschichte. In Mathematik wird phasenweise englisch unterrichtet. Fächern wie Bildnerischer Erziehung oder Musik kommt besonders bei fächerübergreifenden Projekten die Bedeutung zu, den in den einzelnen Fächern erarbeiteten Lehrstoff durch Visualisierung, Illustration und akkustische Untermalung auch gefühlsmäßig zu verankern. Generell folgt der Unterricht aller Fächer den Richtlinien der österreichischen Lehrpläne, die Gewichtung und Schwerpunktsetzung werden im Sommersemester von allen LehrerInnen der EAA-Klasse für das kommende Schuljahr ausgearbeitet. (Als 2. Fremdsprache wird Französisch ab der 3. Klasse unterrichtet (Gymnasiumszweig); ab der 5. Klasse kann zwischen Latein und Italienisch gewählt werden.)
Unterrichtsmethoden
Nach einer "Einstiegsphase" in der 1. Klasse ("that's me", "that's us", that's our school"), die den übertritt von der Volksschule in die AHS erleichtern soll, erfolgt der Unterricht in einzelnen Fächern in englischer Sprache (Biologie: "the human body"), dem Wissensstand und den sprachlichen Vorraussetzungen der SchülerInnen angepasst. Zur Veranschaulichung dienen Arbeitsblätter, Abbildungen, praktisches Arbeiten, offene Lernformen und ein verstärkter Einsatz neuer Medien (Internet, CD-ROMs), wofür auch eine Unterrichtsphase "Einführung in die Informatik" empfohlen wird. Zu allen englischen Texten erhalten die SchülerInnen "key words", englische Bücher finden sie in der Schulbibliothek vor, einzelne Klassen haben auch eine "classroom library". Für den Englischunterricht, der manchmal auch in die Vor- und Nachbereitung von englischsprachigen Unterrichtseinheiten anderer Gegenstände einbezogen wird, steht eine 5. Wochenstunde zur Verfügung. Eine zentrale Stellung im EAA-Unterricht nimmt aber der English native speaker als teaching assistant ein. Einerseits wahrt er/sie die sprachliche Authentizität im Fachunterricht, andererseits ist er/sie die Bezugsperson für die SchülerInnen, die sie über die sprachliche Hemmschwelle hebt. Die Koordination des fremdsprachlichen Fachunterrichts erfolgt in einer wöchentlichen Teamstunde, in der KlassenlehrerInnen und teaching assistant geplante Unterrichtseinheiten vorbesprechen.
Voraussetzungen für Schüler
Generell genügen die Englischkenntnisse der Volksschule, um sich für eine EAA-Klasse anzumelden. Sprachliches Interesse, Neugier und Wissbegier sind allerdings wünschenswert. Mit einem etwas höheren Arbeitsaufwand als in Regelklassen ist insofern zu rechnen, als Hausübungen auch in "Nebenfächern" anfallen und "key words" gelernt werden müssen. Durch die Verwendung von Englisch als Unterrichtssprache wird aber gleichzeitig das Erlernen der Fremdsprache in einem Alter, in dem SchülerInnen noch sehr spielerisch lernen, leicht gemacht.
Voraussetzungen für Lehrer
Von LehrerInnen, die im EAA-Projekt arbeiten, werden erwartet:
- gute Englischkenntnisse
- eine erhöhte Fortbildungsbereitschaft
- Teamfähigkeit und -arbeit, besonders auch im Unterricht mit dem teaching assistant Ideenreichtum,
- die Bereitschaft, englische Unterrichtsmaterialien zu finden und den Erfordernissen des Fachunterrichts, sowie den sprachlichen Kenntnissen der SchülerInnen entsprechend, aufzubereiten
Flexibilität, Ideenreichtum und Engagement (Teamstunden, Koordination mit dem teaching assistant, schwierigere Unterrichtsvorbereitung usw. sind unbezahlte Mehrarbeit).
Erwartung an Assistenten
Es ist schwierig, den Aufgabenbereich von teaching assistants allgemeingültig zu beschreiben, da je nach Schule und LehrerInnen-Team eine große Bandbreite an Variationen möglich ist. Daher ist die folgende Beschreibung nur ein Beispiel!
Von einem English native speaker, der als teaching assistant arbeitet, kann erwartet werden, dass er / sie Klassen-LehrerInnen bei der Vorbereitung und Sammlung von geeigneten Unterrichtsmaterialien unterstützt, Gespräche mit SchülerInnen auf englisch führt, wann immer sich die Gelegenheit bietet, und in englischen Unterrichtseinheiten gemeinsam mit dem Klassenlehrer / der KlassenlehrerIn unterrichtet. Beim "Team-teaching" wird besonderer Wert gelegt auf:
- die Verdeutlichung von Aufgabenstellungen und Sachzusammenhängen auf Wunsch des Klassenlehrers/ der Klassenlehrerin
- die Verbesserung der Aussprache, wenn es notwendig und passend ist
- die Anregung von Diskussionen und SchülerInnengesprächen im Unterricht
- die englische Konversation mit Kleingruppen von SchülerInnen, wobei jede/r SchülerIn möglichst lange zu Wort kommen soll
- die Assistenz während offener Lernphasen.
Rahmenbedingungen für Schüer
Die organisatorischen Rahmenbedingungen, die die Durchführung des EAA-Projekts an einer Schule ermöglichen, sind abhängig von der Kooperationsbereitschaft von Direktion und Administration der jeweiligen Schule und deshalb sehr unterschiedlich.
Ein Beispiel für ausverhandelte Rahmenbedingungen lautet wie folgt:
- eine zusätzliche Englischstunde pro Woche, da eine enge Kooperation mit dem Sprachunterricht zur Vor- und Nachbereitung von englischen Unterrichtseinheiten des Fachunterrichts, für ein mögliches "Ausleihen" von Englischstunden und eventuell auch für Assistenzstunden von Englisch- und FachlehrerInnen stattfinden soll.
- der Einsatz eines English native speakers als teaching assistant zur Wahrung der sprachlichen Authentizität im Fachunterricht. Der teaching assistant muß in die Unterrichtsvorbereitung und in den Unterricht eingebunden werden können.
- Zeit für die Koordination des englischsprachigen Fachunterrichts in Form einer wöchentlichen Teamstunde, in der das LehrerInnen-Team der jeweiligen EAA-Klasse stundenplanmäßig nicht für den Unterricht in anderen Klassen eingesetzt werden soll. Für teaching assistants ist die Anwesenheit bei Teamstunden verpflichtend.
- Finanzierung und Anschaffung von englischsprachigen Unterrichtsmaterialien, Büchern, AV-Medien usw., sowie ein höheres Kopierkontingent für EAA-Klassen.
Zielsetzungen Englisch als Arbeitssprache
Unter der Annahme, dass ein verstärkter Unterricht in englischer Sprache zu einer höheren Sprachkompetenz der SchülerInnen führt, wird erwartet, dass sich SchülerInnen zu konkreten Themen auf Englisch (und Deutsch) äußern können, dass die Fremdsprache als Arbeitsmittel genutzt wird, um durch sie Interessantes zu erfahren und dass auch der zukunftsorientierten Entwicklung in Richtung Wissenserwerb im Zeitalter des Internets Rechnung getragen werden kann.
Letztlich steht außer Frage, dass gute Fremdsprachenkenntnisse notwendig sind, um mit europäischen und internationalen Entwicklungen Schritt halten zu können.
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